Handy Recycling
Im Bezug auf das Handy Recycling existieren in Deutschland mehrere Rücknahmesysteme. Angeboten werden diese von den Netzbetreibern, aber auch zum Teil von den Handyherstellern. Beim Handy Recycling geht es um die Rücknahme und die Wiederverwertung von gebrauchten Mobiltelefonen. Aufgrund des immer noch anhaltenden technischen Fortschritts werden in Deutschland jährlich zig Tausend von Handys nicht benutzt, aber neue gekauft. Und dass obwohl die Rücknahme von gebrauchten und defekten Handys kostenlos ist. Zurzeit ist es aber immer noch so, dass nur 3 Prozent der in Deutschland verkauften Handys überhaupt zum Recycling zurückgegeben werden und stattdessen in Schubläden und Schränken lagern und so der Industrie – ungenutzt – wertvolle Rohstoffe vorenthalten, die man für die Herstellung von anderen Produkten nutzen könnte. Letztlich betrifft das Handy Recycling gut 50 Prozent der Handys, die in Deutschland jemals verkauft wurden. Zunächst einmal vor allem die 4 Prozent, die im Hausmüll landen und dort nun wirklich nichts zu suchen haben, der übrige Teil sind Handys, die eben von ihren Besitzern für den „Notfall“ als Altgerät oftmals über Jahre hinweg aufbewahrt werden. Experten beziffern diese Zahl für Deutschland im Übrigen auf 120 Millionen Handys.
Die restlichen rund 50 Prozent hingegen finden meist nach dem Auslauf des Handyvertrages (die auf 12 bis 24 Monate ausgelegt sind) einen neuen Besitzer, werden aber auch irgendwann einmal nicht mehr benutzt. Vielen ist dabei aber gar nicht bekannt, dass Handy Recycling gar existiert. Mobilfunkbetreiber und Handyhersteller sind dabei nach dem 2005 in Kraft getretenen Elektrogesetz dazu verpflichtet ein Rücknahmesystem für gebrauchte Handys anzubieten und so dafür zu sorgen, dass der Industrie eben wieder wichtige Rohstoffe zugeführt werden, die letztlich nicht neu beschafft, bzw. abgebaut werden müssen.
Bei einem Handy sind immerhin bis zu 80 Prozent der Materialien recycelbar. Auch das Kunststoffgehäuse kann wie andere Kunststoffe auch recycelt werden.Es handelt sich dabei um recht wertvolle Rohstoffe wie Keramik, Plastik, aber auch Kupfer und auch andere Metalle, wie Gold und Aluminium. Nach dem Handy Recycling können diese Materialien für die Herstellung von anderen Gegenständen wieder verwendet werden. So zum Beispiel für Wasserkessel, Parkbänken oder aber für Zahnfüllungen. So recyclete Materialien werden aber auch im Straßenbau wieder verwendet.
Allgemein kümmern sich um die weitere Verwendung der zurückgenommen Handys Spezialunternehmen. Diese übernehmen das Sichten und Prüfen der Handys. Dies hat seine Grund, denn gut erhaltene, bzw. noch funktionstüchtige Geräte werden nicht verschrottet. Sie werden weiter verwendet – zum Beispiel gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Viele landen auch in Läden in Entwicklungsländern. Die Erlöse aus dem Verkauf der aus den Handys gewonnenen Rohstoffe werden in den allermeisten Fällen für karitative Zwecken gespendet.
Das Rücknahmesystem des Handyherstellers Nokia zum Beispiel heißt „we:recycle“. Organisiert ist es durch die Aufstellung von so genannten Nokia Care Points. Diese findet man in 85 Ländern. Hierbei handelt es sich um Recyclingboxen für die Rücknahme von gebrauchten oder defekten Geräten – sowohl Handys der Marke Nokia, als auch von anderen Herstellern.
Bei den Mobilfunkbetreibern funktioniert die Sache etwas umständlicher. Die ungenutzten, bzw. defekten Handy muss man nämlich zwecks Handy Recycling einsenden. Entsprechende Versandtaschen gibt es in den Ladengeschäften der Anbieter. Anfordern kann man diese aber auch übers Internet. Auch bei den Mobilfunkbetreibern spielt es keine Rolle, von welcher Marke das Handy ist.
T-Mobil spendet zum Beispiel das Geld an die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Handy Recycling wird dabei von T-Mobil schon seit 2003 betrieben, also schon lange Zeit vor dem Inkrafttreten des Elektrogesetzes. 2006 erhielt T-Mobile Deutschland für sein Handy Recyclingsystem den „Green-Electronics-Preis".
Vodafone arbeitet nach dem gleichen System. Die Erlöse spendet Vodafone ebenfalls an gemeinnützige Organisationen und zwar aus dem Bereich Umwelt und Soziales. Unterstützt wird dabei von Vodafone unter anderem die Initiative „OffRoadKids", aber auch den Naturschutzbund Deutschland (NABU). Aktiv ist Vodafone in diesem Rahmen aber auch beim RTL-Spendenmarathon.
E-Plus und BASE spendet an die Malteser-Aktion „Lebensfreunde“. O2 spendet für den WWF Deutschland und zwar 2,50 Euro je eingesendetem Handy. Umschläge für die Einsendung an den Entsorgungsbetrieb erhält man in allen O2 Shops und O2 Partnershops.
